Kölner Catering-Koch: Firmenkunden, Sammelrechnung, USt 7% und 19% sauber getrennt
Über einen Catering-Koch in Köln-Ehrenfeld, der täglich 180 Mittagessen in Bürotürmen verteilt – und am Monatsende eine Rechnung pro Firma stellt, statt 22 Tagesrechnungen.
Küche in der Vogelsanger Straße
Murat Yildiz ist 39, in Köln geboren, anatolische Wurzeln, gelernter Koch, seit sieben Jahren selbständig mit seinem Catering-Betrieb Yildiz Mittagsküche in der Vogelsanger Straße in Köln-Ehrenfeld. Sein Geschäftsmodell ist klar: Er kocht Montag bis Freitag drei Menüs (eines davon vegetarisch), liefert sie ab 11:30 Uhr an Bürokunden in einem Radius von 6 Kilometern. Aktuell hat er 23 Firmenkunden – Werbeagenturen, ein Steuerberatungsbüro, eine kleine Software-Firma, ein paar Architekten, ein Verlag. Insgesamt 140–180 Essen pro Tag.
„Köln hat einen riesigen Catering-Markt, weil viele Büros keine Kantinen haben", sagt Murat. „Aber das Geschäft funktioniert nur, wenn du sauber abrechnen kannst. Bei 180 Essen pro Tag kannst du nicht 23 Einzelrechnungen pro Tag schreiben."
Das Problem: 23 Firmen × 20 Liefertage = 460 Lieferscheine pro Monat
Jeden Tag liefert Murat Essen an im Durchschnitt 22 Firmen (nicht alle bestellen jeden Tag). Jede Lieferung wird per Lieferschein dokumentiert: wer hat wie viele Menüs welcher Sorte bekommen, mit Datum, Uhrzeit, Unterschrift des Empfängers (Empfangsdame oder Bürobote). Vor InvoiceFlow lief das mit einem Papierblock und einem Word-Template für die Sammelrechnung am Monatsende. Murat saß die ersten Werktage jedes Monats abends bis 23 Uhr und tippte aus Papierblöcken die Sammelrechnungen ab.
Das System: digitaler Lieferschein, automatische Aggregation
Heute erfasst Murat (oder einer seiner zwei Fahrer) jeden Lieferschein direkt im Tablet beim Übergeben. Pro Firma ein Lieferschein, der die Tagesbestellung dokumentiert. Der Empfänger unterschreibt mit dem Finger auf dem Display. Am Monatsende generiert InvoiceFlow für jede Firma automatisch eine Sammelrechnung, die alle Lieferscheine des Monats konsolidiert: pro Tag eine Sammelposition, am Ende die Monatssumme.
Aus 460 monatlichen Lieferscheinen werden 23 Sammelrechnungen. Murat braucht für diesen Schritt heute 45 Minuten – Plausi-Check, gegebenenfalls Korrektur, Versand.
USt 7 % vs. 19 %: das ewige Catering-Thema
In Deutschland gilt für Lebensmittel zur Mitnahme der reduzierte USt-Satz von 7 %. Für Speisen, die zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden (Restaurant), gilt der volle Satz von 19 %. Für Catering ist die Abgrenzung historisch wackelig gewesen, seit Juli 2020 (Corona-Sondersituation) und der Reform 2024 ist die Lage klarer: Catering mit Bereitstellung von Geschirr, Besteck, Bedienung, Service = 19 %; reine Lieferung von Speisen ohne weiteren Service = 7 %.
Murat liefert ausschließlich in Einweg-Bowls aus pflanzlicher Faser, ohne Geschirr-Rücknahme, ohne Service-Personal vor Ort. Das ist eine reine Lieferung, USt 7 %. Aber: einige Kunden bestellen gelegentlich Buffets für Firmen-Events – mit Bereitstellung von Geschirr und Personal. Das ist USt 19 %.
Wie InvoiceFlow das löst
Murat hat in seinem Produktkatalog zwei Hauptkategorien:
- Mittagsmenü Lieferung – USt 7 % (Speise zur Mitnahme)
- Buffet-Catering – USt 19 % (mit Service, Geschirr, Personal)
Wenn ein Lieferschein angelegt wird, wählt der Fahrer die Kategorie. Beim Erstellen der Sammelrechnung werden die Positionen automatisch nach USt-Satz aggregiert. Eine Rechnung kann also zwei Summenblöcke haben: 7%-USt aus 3.200 € Mittagsmenüs + 19%-USt aus 850 € Buffet-Catering (für ein Firmen-Event Mitte des Monats). Die Buchhaltung des Kunden sieht beide Blöcke separat und kann sie korrekt verbuchen.
Zahlungsbedingungen: Firmenkunden zahlen langsamer
Privatkunden bezahlen sofort (das war Murats Welt vor dem Catering – er hatte mal einen Imbiss in der Innenstadt). Firmenkunden brauchen 14, manchmal 30 Tage. Murat hat in seinen Zahlungsbedingungen zwei Standards:
- Stammkunden mit guter Zahlungsmoral: 21 Tage netto
- Neue Kunden: 14 Tage netto, ab 6. Rechnung Wechsel zu 21 Tagen wenn keine Mahnungen nötig waren
Bei Überschreitung greift automatisch die Mahnstaffel: Tag 7 nach Fälligkeit freundliche Erinnerung, Tag 21 zweite Mahnung mit Verzugszinsen nach § 288 BGB (Basiszins + 9 Prozentpunkte für B2B). Murat muss nichts tun.
Die Steuerberatungskanzlei, die einmal nicht zahlte
Anekdote: Eine Steuerberatungskanzlei (Ironie nicht zu übersehen) zahlte im November 2025 ihre Sammelrechnung über 1.420 € nicht. Die erste Erinnerung kam, keine Reaktion. Die zweite Erinnerung mit Verzugszinsen kam, keine Reaktion. Murat rief die Inhaberin persönlich an. Die Buchhalterin war in den Mutterschutz, alle Rechnungen lagen ungeöffnet. Murat schickte freundlich die Rechnungs-PDF nochmal, drei Tage später war alles bezahlt – inklusive der 12 € Verzugszinsen, die die Kanzlei sich selbst auferlegt hatte. „Die Buchhaltung wurde reorganisiert", sagte die Inhaberin am Telefon. Murat lieferte weiter.
Lieferschein mit Unterschrift: warum das zählt
Murats Fahrer übergeben das Essen meist an der Rezeption. Die Empfangsdame oder der Bürobote unterschreibt mit dem Finger auf dem Tablet, das Datum/Uhrzeit-Stempel ist automatisch dabei. Was bringt das? Erstens: eine Streitvermeidung. Sollte ein Kunde am Monatsende sagen „die Lieferung vom 12. ist nie angekommen", kann Murat die signierte Lieferschein-Datei zeigen. Zweitens: bei einer Betriebsprüfung des Finanzamts Köln-West (Murat hatte 2024 eine) ist die lückenlose Belegkette nachgewiesen.
GoBD-konform: die Belegkette steht
Die Betriebsprüfung 2024 wurde nach drei Tagen abgeschlossen, ohne Beanstandung. Die Prüferin lobte ausdrücklich die saubere Verkettung: Bestellung (per Email vom Kunden) → Lieferschein (mit Unterschrift) → Position in Sammelrechnung (mit Verweis auf Lieferschein-Nr.) → Rechnung → Zahlungseingang. Murat exportiert seine Belege monatlich im Datev-Format an seinen Steuerberater in Köln-Sülz.
Produktkalkulation: was kostet ein Menü?
Ein Detail, das InvoiceFlow erst möglich macht: Murat kann pro Produkt Wareneinsatz hinterlegen. Bei einem Linsen-Curry mit Naan: 1,85 € Wareneinsatz, Verkaufspreis 8,90 € netto. Bei einer Lammhaxe mit Bulgur: 4,20 € Wareneinsatz, Verkaufspreis 11,50 € netto. Im monatlichen Profil-Dashboard sieht Murat seine Marge pro Menü, kann Saisonpreise von Zwiebeln, Linsen, Lammfleisch nachhalten und bei Bedarf Preise anpassen.
Vor zwei Jahren hatte er nicht den geringsten Überblick darüber, welches Menü ihm Geld brachte und welches er fast verschenkte. Heute weiß er, dass das Linsen-Curry mit 79 % Bruttomarge sein Star ist und die Lammhaxe mit 64 % Marge ein Premium-Produkt für zahlungskräftige Kunden.
Bilinguale Menüs: Deutsch und Türkisch
Ein Teil von Murats Kunden bevorzugt türkische Menübeschreibungen – nicht weil sie kein Deutsch könnten, sondern weil sie die authentische Bezeichnung schätzen. Murat hat in seinem Produktkatalog bilinguale Produktnamen angelegt: „Mercimek Çorbası / Linsensuppe", „Kuru Fasulye / Weiße Bohnen mit Hackfleisch". Auf den Lieferscheinen und Rechnungen können beide Sprachen ausgewählt werden – je nach Kundenpräferenz.
Mehrere Bankverbindungen, mehrere QR-Codes
Murat hat zwei Bankkonten: ein Hauptgeschäftskonto bei der Sparkasse KölnBonn, ein zweites bei einer Online-Bank für kleinere Beträge. In InvoiceFlow kann er pro Kunden festlegen, auf welches Konto gezahlt wird. Bei der Sammelrechnung erscheint der entsprechende GiroCode-QR. Für die paar internationalen Kunden (er hat eine niederländische Werbeagentur mit Office in Köln) gibt es einen SEPA-QR mit BIC.
Zahlen aus der Mittagsküche
- 23 Firmenkunden, 140–180 Essen pro Tag, ca. 460 Lieferscheine pro Monat
- Monatsumsatz: 38.000–44.000 € netto
- Zeitaufwand monatliche Rechnungsstellung: 45 Minuten (vorher: 8–10 Stunden)
- Durchschnittliche Zahlungsfrist: 18 Tage
- Mahnaufwand pro Monat: 5–10 Minuten
- Verlorene Lieferscheine seit Umstellung 2024: 0 (vorher: 3–5 pro Monat)
Was Murat empfiehlt
„Investiert in einen sauberen Lieferschein-Workflow. Es ist die Grundlage aller Catering-Buchhaltung. Trennt USt 7 % und 19 % von Anfang an in der Produktstruktur, nicht erst in der Rechnung. Und sammelt – schreibt keine Tagesrechnungen, wenn der Kunde sowieso monatlich zahlt."
Eine Erinnerung an gestern
Murat erzählt: „Letzte Woche habe ich abends in der Küche gestanden, Linsen für 180 Portionen abgewogen. Das Tablet hat geklingelt – die Buchhalterin meines größten Kunden, einer Werbeagentur, hatte die Sammelrechnung freigegeben, der Betrag war angewiesen, 3.847 €. Drei Sekunden Nachricht. Vor drei Jahren hätte mich das nach 9 Tagen Mahnungen geschrieben gemacht. Heute ist es eine Routine." Manchmal ist genau das der Punkt: dass aus chaotischer Arbeit eine Routine wird.