Notdienst um 3 Uhr morgens: Wie ein Dresdner Elektriker auf dem Treppenabsatz Rechnungen schreibt

Veroffentlicht am 27. Mai 2026 - Lesezeit ca. 13 Minuten

Falk Junghans wird am Mittwochmorgen um drei Uhr siebenundzwanzig vom Klingeln seines Diensthandys geweckt. Er sitzt nicht hoch, er schiebt nur das Telefon vom Nachttisch in die Hand und meldet sich heiser: "Junghans Elektro, Notdienst." Am anderen Ende eine Frau Mitte funfzig, Stimme dunn vor Angst: In ihrer Mietwohnung in Dresden-Striesen ist die ganze Elektrik aus, der Kuhlschrank tickt, aus der Sicherung kommt ein Brandgeruch. Falk zieht sich an, ist zehn Minuten spater im Hof seines Hinterhauses in der LouisenstraSSe, verstaut Koffer und Werkzeugkasten im Caddy und fahrt los. Der Dresdner Notdienst-Tarif ist ihm wichtig - er nimmt nicht alles an, aber Brandgeruch geht immer vor.

Ein Handwerksbetrieb mit klarer Preisstruktur

Falk ist Elektromeister, 41 Jahre alt, drei Jahre selbststandig nach 16 Jahren Anstellung in einem groSSen Dresdner Innungsbetrieb. Sein Geschaftsmodell: Wartungsvertrage mit kleinen Hausverwaltungen am Tag, Notdienst nachts und am Wochenende. Die Tagesarbeit lauft uber feste Stundensatze und Pauschalen, der Notdienst lauft uber ein klar kommuniziertes Drei-Komponenten-Modell: Pauschalpreis fur die Anfahrt und erste Stunde, dann Material zum Listenpreis plus Aufschlag, dann jede weitere angefangene halbe Stunde. Diese Struktur hat ihm sein Steuerberater nahegelegt, weil sie streitfrei ist und vor Gericht auch dann hielte, wenn eine Versicherung mal nicht zahlen will.

Drei Uhr 38, Striesen, Tiergartenstrasse

Falk parkt vor dem Altbau, klingelt durch, wird hochgelassen. Die Mieterin, Frau Mertens, steht in einem Bademantel im Flur und zeigt mit der Taschenlampe in den Sicherungskasten. Falk merkt sofort: Ein FI-Schalter ist durchgeschmort, das Geruchsbild kommt vom Lichtschalter im Korridor. Er beruhigt Frau Mertens, schaltet den Hauptschalter ab, dokumentiert die Schaden mit zwei Fotos auf seinem Smartphone - direkt in der InvoiceFlow-App in den neuen Auftrag eingebettet, sodass Bild und Rechnung untrennbar verbunden bleiben.

Eineinhalb Stunden spater ist die Sache gelost. Falk hat einen neuen FI-Schalter eingebaut, den verschmorten Lichtschalter ersetzt, die betroffenen Steckdosen überprüft und alles wieder zugeschaltet. Frau Mertens sitzt auf dem obersten Treppenabsatz, ein Glas Wasser in der Hand, und fragt: "Was bin ich Ihnen schuldig?"

Die Rechnung auf dem Treppenabsatz

Falk setzt sich neben sie, klappt sein Tablet auf und offnet InvoiceFlow. In den vergangenen anderthalb Jahren hat er sich ein Set von Produktvorlagen eingerichtet, das genau diesen Moment vereinfacht:

Er wahlt Frau Mertens als Kundin, sie ist noch nicht angelegt - schnell den Namen, die Adresse, Telefonnummer. Country-Picker DE ist Standard. Falk fugt die Positionen ein: 1x Notdienst-Pauschale, 1x Halbstundensatz fur die uberzogene Stunde (90 Minuten = eine extra halbe Stunde), 1x FI-Schalter, 1x Lichtschalter, 1x Kleinmaterial. USt 19 Prozent automatisch. Die App rechnet: 327,20 Euro netto, 62,17 Euro USt, 389,37 Euro Brutto. Falk schreibt eine kurze Leistungsbeschreibung in das Bemerkungsfeld: "FI-Schalter Stockwerk 2 thermisch belastet, ersetzt. Lichtschalter Korridor verschmort, ersetzt. Drei Steckdosen geprüft, in Ordnung. Anlage wieder eingeschaltet."

On-Site-Signatur und sofortige Zustellung

Falk dreht das Tablet zu Frau Mertens und zeigt ihr die Rechnung im PDF-Vorschau-Modus. Sie liest, nickt, fragt nur kurz wegen der Pauschale - Falk erklart kurz die Drei-Komponenten-Struktur, sie versteht. Dann tippt er auf "Vor Ort unterschreiben". Frau Mertens unterzeichnet mit dem Finger im Signaturfeld, InvoiceFlow zeichnet die Unterschrift mitsamt Zeitstempel und GPS-Position auf, bettet sie in die endgultige PDF ein und erzeugt das versandfertige Dokument.

Falk schickt die PDF-Rechnung sofort an Frau Mertens' E-Mail-Adresse - die Email-Vorlage, die er dafur hinterlegt hat, heiSSt "Notdienst-Versand" und enthalt automatisch die Merge-Felder Anrede, Rechnungsnummer, Falligkeitsdatum und Betrag. Im Footer der Email steht der Hinweis auf seinen 14-Tage-Zahlungsziel-Standard mit Hinweis auf Verzugszinsen nach Bürgerlichem Gesetzbuch, sollte sie nicht uberweisen.

Zehn Sekunden spater piept Frau Mertens' Handy. Sie schaut, lachelt: "Schon angekommen. Das ist ja erstaunlich modern fur eine Elektrofirma."

Zuruck im Caddy, vier Uhr funfzig

Falk sitzt im Caddy, ein Becher Kaffee aus der Thermoskanne, und schaut auf das Dashboard seines Geschaftsprofils "Junghans Elektro". Seit Mitternacht: zwei Notdienst-Auftrage, zusammen 647 Euro Umsatz. Im Hintergrund lauft die Synchronisation - InvoiceFlow ist offline-first, das heiSSt, Falk hatte die Rechnung auch im Keller ohne Empfang fertigstellen konnen, und sobald er wieder Netz hat, gleicht die App alles ab. Wichtig fur ihn, weil viele Dresdner Altbauten lausigen Mobilfunkempfang in den Souterrains haben.

Tagesgeschaft: Wartungsvertrage und planbare Termine

Falks Notdienst-Anteil am Umsatz liegt bei etwa 35 Prozent. Die anderen 65 Prozent kommen von Wartungsvertragen mit funf Hausverwaltungen, die jeweils zwischen 12 und 40 Wohnungen verwalten. Hier nutzt Falk wiederkehrende Rechnungen. Pro Quartal lauft fur jede Hausverwaltung automatisch eine Pauschalrechnung im Entwurfsmodus auf. Falk prüft, ergänzt eventuelle Material- oder Sonderpositionen aus dem Quartal und gibt frei. Bei einer der Hausverwaltungen ist eine Pause-Funktion aktiviert: Sie hat ihre Sanierung der Wormser StraSSe-Hauser bis Herbst pausiert, also pausiert Falk auch die Wartungsrechnung bis dahin - die App rastet das Quartal aus, ohne dass er manuell loschen muss.

Belege scannen am Lieferantentag

Jeden Donnerstag fahrt Falk zu seinem GroSShandler in Cossebaude, kauft Material fur die kommende Woche. Frueher hat er die Lieferscheine und Rechnungen in einen Karton geworfen und am Monatsende sortiert - meistens Sonntagabend, mit muden Augen. Heute scannt er direkt am LKW-Parkplatz mit der Belege-scannen-Funktion (OCR) seines Smartphones jede Quittung ein. InvoiceFlow erkennt den Betrag, den Lieferanten, das Datum und ordnet die Belege dem richtigen Kostentyp zu - Material, Werkzeug, Verbrauch. Am Monatsende exportiert er alles GoBD-konform fur den Steuerberater.

Stundennachweise und Zeiterfassung

Bei groSSeren Bauten, in denen Falk uber mehrere Tage Elektroinstallationen macht, nutzt er die integrierte Zeiterfassung. Start beim Eintreffen, Stopp beim Mittag, weiter, Stopp am Abend. Am Ende des Auftrags zieht er die Zeiten in das Angebot bzw. die Rechnung - und kann dem Bauherrn einen sauberen Stundennachweis ausdrucken, der bei Bauamt oder Versicherung problemlos durchgeht.

Angebot, Auftragsbestatigung, Lieferschein, Rechnung

Bei den planbaren Projekten - etwa der Neuverkabelung eines Einfamilienhauses in Radebeul - lauft die Dokumentenkette in voller Lange. Falk schreibt zunachst ein Angebot, der Bauherr nimmt schriftlich an, Falk erzeugt aus dem Angebot direkt eine Auftragsbestatigung, beim Materialanliefern einen Lieferschein, am Ende eine Rechnung. InvoiceFlow verkettet diese Dokumente automatisch - die Lieferscheinnummer steht auf der Rechnung, das ursprüngliche Angebot ist verlinkt. Sollte es nachher zu einer Diskussion kommen, hat Falk die komplette Spur.

Zahlungsmethoden: alles auf der Rechnung

Falk akzeptiert Uberweisung, EC-Karte mobil per Terminal, Kreditkarte (selten), PayPal (selten) und Barzahlung im Notdienst (haufig). InvoiceFlow lasst ihn fur jede Rechnung die akzeptierten Methoden konfigurieren, und auf der Rechnung erscheint dann ein klarer Zahlungsblock mit IBAN, BIC und QR-Code fur die GiroCode-Uberweisung. Bei Frau Mertens hatte er die Option "Barzahlung sofort" aktiviert - sie hat tatsachlich in bar gezahlt, und er hat das uber den Workflow "Zahlung erfasst" markiert, mit Quittungsdruck als kleines Beleg-PDF.

Verzugszinsen und Zahlungsmoral

14 Tage Zahlungsziel ist Falks Standard. Bei Notdiensten 7 Tage. Wenn ein Kunde nicht zahlt, schickt InvoiceFlow nach Falligkeit automatisch eine erste Erinnerung, nach weiteren 10 Tagen eine zweite mit Hinweis auf Verzugszinsen nach 288 Abs. 1 BGB - aktuell 8,12 Prozent Basiszinssatz plus 5 Prozentpunkte fur Verbraucher, plus 9 fur Unternehmen. Die Berechnung lauft automatisch und kann auf einer Mahnung erscheinen.

Was sich seit dem Wechsel zur App verandert hat

Falk hat zwei Jahre lang Excel und Word gehabt, davor ein Buchhaltungsprogramm auf seinem Buro-Computer. Das Buro-Computer-Modell hatte einen entscheidenden Nachteil: Er musste nach jedem Notdienst irgendwann zu Hause die Rechnung tippen, oft erst zwei oder drei Tage spater, wenn das Geschaft schon wieder gelaufen war. Manche Kundinnen vergaSSen die Rechnung in der Zwischenzeit, manche zahlten verzogert, manche stritten Positionen ab.

Seit er die Rechnung vor Ort schreibt, unterschreiben lasst und direkt zustellt:

Eine kleine Stadtgeschichte: der Mieter in der Bautzner

Im April letzten Jahres hatte Falk einen Auftrag in der Bautzner StraSSe, hoch zur Neustadt. Ein junger Mann hatte versucht, selbst eine Deckenleuchte anzuschlieSSen und dabei einen LS-Schalter zum Auslosen gebracht. Falk hat den Schaden in 20 Minuten behoben. Der Mieter zahlte spontan bar. Falk hat ihm vor Ort die Rechnung mit Quittung erstellt. Drei Wochen spater rief der Hauseigentumer an, der von der Hausverwaltung die Rechnung gespiegelt bekommen hatte, und wollte wissen, ob alles korrekt sei. Falk konnte aus der App alle Details liefern: signiertes PDF, Foto vor und nach Reparatur, GPS-Standort, Zeitstempel. Der Hauseigentumer war zufrieden, die Hausverwaltung übernahm den Anteil, der ihr zustand. Dokumentation rettet im Handwerk ganze Auftragsbeziehungen.

Was Falk anderen Handwerkern empfiehlt

  1. Pauschalpreise sauber kalkulieren und benennen. Streitfreie Positionen sind buchhalterisches Gold.
  2. Produktvorlagen anlegen. Was du oft brauchst, soll mit zwei Tippern auf der Rechnung sein.
  3. Vor Ort abschlieSSen. Jeder Tag, den die Rechnung im Auto liegt, ist ein Tag, an dem du Risiko fahrt.
  4. Unterschrift einholen. Das beendet Diskussionen, bevor sie anfangen.
  5. Offline-Fahigkeit prüfen. Im Keller hilft dir keine Cloud.
  6. Belege sofort scannen. Karton voller Quittungen ist ein Versprechen, dass du es spater bereuen wirst.

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